Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis 2026 der Deutschen Bischofskonferenz
Ana Fernández
Die Deutsche Bischofskonferenz, das ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe in Deutschland, engagiert sich neben theologischen und gesellschaftspolitischen Stellungnahmen auch im kulturellen und medialen Dialog. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die jährliche Empfehlungsliste religiöser und spiritueller Bücher, die jeweils von einer Fachjury sorgfältig ausgewählt wird. Zum Preisbuch 2026 und den empfohlenen Büchern gibt es eine kostenlose Broschüre zum sofortigen Download.
Warum eine Empfehlungsliste?
Der Buchmarkt ist gross – Orientierung schwierig. Mit ihrer Empfehlungsliste macht die DBK Literatur sichtbar, die sprachlich überzeugt, inhaltlich Tiefgang hat und existenzielle Fragen aufgreift. Es geht nicht um fromme Pflichtlektüre, sondern um Bücher, die berühren, herausfordern und zum Weiterdenken einladen.
Und wie ist das in der Schweiz?
Eine jährliche kirchliche Buchempfehlungsliste mit Preisbuch und Broschüre, wie sie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlicht, gibt es in dieser Form in der Schweiz derzeit nicht. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) setzt andere Schwerpunkte und arbeitet stärker projekt- und themenbezogen.
Katholischer Medienpreis
Der Katholische Medienpreis der Schweizer Bischofskonferenz, der heute, am 23.04.2026 verliehen wird, würdigt journalistische und publizistische Arbeiten – darunter auch Bücher –, die christliche Werte, gesellschaftliche Verantwortung und menschliche Tiefenschärfe sichtbar machen. Fokus: Medienqualität, nicht Leseorientierung.
Mehr dazu auf bischoefe.ch
Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis
Kein kirchlicher Preis, aber für kirchliche Bildungs- und Pastoralpraxis relevant: Viele ausgezeichnete Titel greifen existentielle Fragen wie Verlust, Hoffnung, Angst und Zusammenhalt auf. Mehr über diesen schweizer Buchpreis erfährst du auf schweizerkinderbuchpreis.ch
Empfehlungen aus der Praxis
Lesetipps finden wir in der Schweiz an vielen Orten: bei Fachstellen, in kirchlichen Medien, an Bildungsorten oder im Austausch unter Pastoralen. Oft sind sie thematisch oder regional geprägt – nah an der Praxis und an den Menschen. Typisch Schweiz eben: Eher leise als laut – und gerade darin reich an wertvollen Impulsen.
Mein Fazit
Gerade weil es in der Schweiz keine zentrale kirchliche Buchempfehlungsliste gibt, lohnt sich der Blick auf die Deutsche Bischofskonferenz. Ihre Empfehlungsliste bietet Orientierung – für Seelsorge, Bildung und alle, die Literatur als geistlichen Resonanzraum schätzen.
Demnächst bei Kirchliche Medien Luzern erhältlich
Bücher aus der Empfehlungsliste der Deutschen Bischofskonferenz
1. «Engel der letzten Nacht» (Preisbuch 2025)
Eine einzige Nacht wird zum Wendepunkt. Nils Mohl erzählt von jungen Menschen, die unterwegs sind – körperlich wie innerlich. Zwischen Partys, Gesprächen und stillen Momenten tauchen Fragen auf, die bleiben: Wer bin ich? Was trägt mich? Und was passiert, wenn Sicherheiten wegbrechen?
Der Roman lebt von seiner dichten Atmosphäre und einer Sprache, die nah an den Figuren bleibt. Glaube wird nicht erklärt, Hoffnung nicht benannt – und gerade deshalb spürbar. Engel der letzten Nacht traut Jugendlichen zu, mit offenen Fragen umzugehen, und nimmt ihre Suche ernst.
Ein anspruchsvolles, starkes Buch über Übergänge, Verletzlichkeit und die leise Möglichkeit von Sinn.

Rotfuchs, Frankfurt am Main, 2025.
2. «Maria bekommt ein Kind»
Dieses Bilderbuch erschliesst die biblische Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive Marias – schlicht, behutsam und nahe am Alltag. Maria wird als junge Frau gezeigt, die hört, fragt, erschrickt und dennoch Vertrauen fasst. Kinder können sich mit ihren Gefühlen identifizieren, Erwachsene werden zum Mitdenken eingeladen.
Text und Bild lassen bewusst Raum für Gespräche: über Vertrauen, Verantwortung, Angst und Mut. Religiöse Inhalte werden nicht erklärt, sondern erzählt – und eignen sich dadurch gut für die katechetische Arbeit. Maria bekommt ein Kind unterstützt Kinder dabei, die Menschlichkeit der biblischen Figuren wahrzunehmen und den Glauben als etwas Lebendiges und Nahbares zu entdecken.

3. «Der letzte Hüter der Tiere»
Das wortlose Bilderbuch erzählt eindrücklich von Verantwortung und Schöpfungsbewahrung. Die starken Bilder laden Kinder ein, über Fürsorge, Schutz und Hoffnung ins Gespräch zu kommen. Gut geeignet für die Katechese, um das biblische Bild vom Menschen als Hüter der Schöpfung aufzugreifen.

4. «Das Buch der Anfänge»
In poetischen Texten und ausdrucksstarken Bildern lädt dieses Buch dazu ein, über Neubeginn, Vertrauen und Möglichkeiten nachzudenken. Es öffnet Räume für Gespräche über Anfang und Hoffnung – im Leben wie im Glauben – und eignet sich gut für die katechetische Arbeit mit Kindern und Erwachsenen.

5. «Inseltage mit Rosa»
In ruhigen Bildern und knappen Texten erzählt das Buch von Nähe, Abschied und der Kraft gemeinsamer Zeit. Die Geschichte öffnet einen sensiblen Raum für Gespräche über Beziehung, Loslassen und Vertrauen. Besonders geeignet für die Katechese, um mit Kindern über Gefühle, Erinnerung und Hoffnung ins Nachdenken zu kommen.

6. «Ada Blackjack»
Das Bilderbuch erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die in extremer Einsamkeit Mut, Verantwortung und Durchhaltewillen zeigt. In der Katechese lädt es dazu ein, über Stärke, Vertrauen und das Überleben aus eigener Kraft ins Gespräch zu kommen – leise, eindrücklich und gut anschlussfähig an Fragen nach Würde und Hoffnung.

7. «Leben, Sterben und Kaninchen»
Dieses philosophische Bilderbuch nähert sich grossen Fragen mit Leichtigkeit und Humor. Es lädt Kinder ein, über Leben, Sterben und das Weiterfragen nachzudenken – ernsthaft, aber ohne Angst. In der Katechese gut geeignet, um existenzielle Themen behutsam anzusprechen und Raum für eigene Gedanken und Gespräche zu öffnen.
